Die Einbeziehung des Pferdes im therapeutischen Kontext stellt in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Therapeuten aus anderen Berufsgruppen wie Logopädie, Physio-, Ergo- und Psychotherapie eine große Bereicherung dar. In Ergänzung zu den klassischen Therapiemethoden können Klienten in der pferdegestützten therapeutischen Begleitung gezielt unterstützt werden, ihre Therapieziele schneller zu erreichen und langfristig zu stabilisieren. Die beruhigende Gegenwart des Pferdes und sein unvoreingenommenes, feinfühliges Wesen schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit, die zu einem psychischen und emotionalen Wohlbefinden beitragen, die Selbstakzeptanz stärkt, das Selbstbewusstsein fördert, die Motivation steigert und so den Therapieprozess als auch den Alltag positiv beeinflusst.
Die Selbstwirksamkeit des Pferdes und seines therapeutischen Einsatzes zeigt sich auf verschiedenen Ebenen:
Körperlich
- Verbesserung des Gleichgewichts und der Körperhaltung
- Mobilisation von Gelenken
- Verbesserung der muskulären Koordination
- Muskelaufbau und Entspannung
- Regulierung des Muskeltonus
- Verbesserung der Körperwahrnehmung, Lungenfunktion, Kreislauf
- gangspezifisches Rumpftraining aufgrund der dreidimensionalen Pferdebewegung in der Gangart Schritt
Psychisch
- Stärkung von Achtsamkeit, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit
- Abbau von Unsicherheiten, Ängsten und Stress
- Verarbeitung von Emotionen
- Zugang zu eigenen Gefühlen, Verhaltensmustern und Bedürfnissen
- Zugang zur eigenen Körper- und Selbstwahrnehmung
- Vermittlung von Geborgenheit und Annahme
- Entstehen von Bindungsfähigkeit
Sozial
- Verbesserung der Kommunikation und Interaktion
- Förderung der Konzentration und Impulskontrolle
- Entwicklung von Empathie und Verantwortungsbewusstsein
- Entstehen von Verlässlichkeit und Beziehungsfähigkeit
- Förderung der Ausdauer, Disziplin und Rücksichtnahme